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| Menandros, lat. Menander, geb. 342/41 Kephisia (Attika), gest. zwischen 293 und 290 v. u. Z. Piräus, griech. Komödiendichter aus wohlhabender Familie, berühmtester Vertreter der sog. Neuen att. Komödie, schrieb über 100 Komödien. Das einzige vollständig erhaltene Stück »Dyskolos« (Rauhbein), 316 aufgeführt, wurde durch einen Papyrusfund bekannt (Erstausgabe 1959). Von »Epitrepontes« (Schiedsgericht) und »Perikeiromene« (Die Geschorene) sind große Teile bekannt, von den anderen Stücken nur Titel und Fragmente, wobei Papyrusfunde in jüngster Zeit unsere Kenntnis bereicherten (z.B. große Fragmente von »Misumenos« [Der Gehaßte] und den »Sikyonioi« [Die Sikyonier]). Manches ist dem Inhalt nach bekannt, da die röm. Lustspieldichter Plautus und bes. Terenz Nachschöpfungen der M.stücke schufen, wobei sie auch gelegentlich mehrere Stücke zu einem zusammenfügten (Kontamination). M.' Werke sind »bürgerl.« Lustspiele, in denen der Dichter, von Euripides beeinflußt und Motive der Tragödie in das »bürgerl.« Dasein transponierend, das Alltagsleben der Bürger Athens gestaltet, in dessen geordnete Bahnen Zufall und ungewöhnl. Geschick hineinwirken. M., ein Schüler des Theophrast, ein scharfer Beobachter menschl. Verhaltensweisen, Leidenschaften und Not, ein gütiger, milderBeurteiler menschl. Unzulänglichkeiten und Schwächen, gestaltete in seinen Personen zwar Typen (Soldaten, Hetären), gab ihnen aber in meisterhafter psycholog. Charakterzeichnung individuelle Gestalt und Unverwechselbarkeit. Zwar bezog er nicht mehr wiedie Alte att. Komödie das polit. Leben seiner Zeit ein, spiegelte aber das soziale Leben mit seinen Konflikten wider und schloß in seine Darstellung des Menschentums auch Sklaven ein. M. hat sich im Laufe seiner Entwicklung von den Grobheiten und der derben Komik der Komödie zu heiterem Spiel und feinem Humor gewandelt. Seine Sprache ist durch feine Nuancierung des Stils ausgezeichnet. Von einer Slg. von Sinnsprüchen, die unter M.' Namen überliefert ist, stammt nur ein Teil von ihm. Hinsichtlich der Herausarbeitung von Charaktertypen war M. (indirektüber die röm. Nachschöpfungen) ein reiches Nachleben beschieden, obwohl die byz. Tradition die Stücke M.' nicht überlieferte. T: A. Körte/A. Thierfelder, BT 21959; (Sententiae) S. Jäkel, BT 1964; (Aspis und Samia) C. Austin, Berlin 1969; (Frg) F. H. Sandbach, BO 1972. TÜ: (engl.) FAttCom III B, S. 531-1211; (Samia; französ.) J. M. Jacques, GB 1971; (Sententiae) R. Walther, München 1967; (Dyskolos) M. Treu, Tusc. 1960. Ü: K. und U. Treu, Leipzig 1975, BA 1980; (Epitrepontes) A. Körte, 1961; (Das Rauhbein) R. Schottlaender, Berlin 1961; (Aspis) K. Gaiser, Zürich 1971. Lexikon der Antike | ||||